• skf kopf Mueller 1000 226
  • skf kopf Weis Jodam 1000 226
  • skf kopf Festl 1000 226
  • skf kopf godau 1000 226
  • skf kopf tittelbach 1000 226B
  • skf kopf klink 1000 226
  • skf kopf schaeffer 1000 226
  • skf kopf Kassebeer 1000 226B
  • skf kopf Regnery 1000 226B
  • skf kopf duex 972 226
  • skf kopf Wietze 1000 226B
  • skf kopf Waldschuetz 1000 226
  • skf kopf schuh 1000 226
  • skf kopf Isufaj 1000 226
  • skf kopf beller 1000 226
  • skf kopf Braun 1000 226
  • skf kopf Rupp 1000 226
  • skf kopf Lommatsch 1000 226C
  • skf kopf Abdulrafiu 1000 226
  • skf kopf Plappert 1000 226
  • skf kopf laux 1000 226B

Konzept für junge wohnungslose Frauen

Ambulant betreutes Wohnangebot für junge Volljährige des Sozialdienstes katholischer Frauen in Trier

1. Träger
Die Sozialdienst katholischer Frauen Annastift Trier gGmbH ist eine 1OO %ige Tochter des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. Trier. Der SkF ist der Frauenfachverband des Caritasverbandes und als solcher diesem spitzenverbandlich angegliedert.
Die Einrichtungen des SkF Trier leisten in einem Netzwerk ganzheitliche Hilfe für Frauen, Mädchen, Kinder und ihre Familien in Notsituationen. Ziel ist dabei immer die Befähigung zur Selbständigkeit und Wahrnehmung ihrer Rechte.
Hilfe zur Selbsthilfe ist oberstes Prinzip. Im Bereich der Hilfen für wohnungslose oder von Woh-nungslosigkeit bedrohte Frauen und Mädchen bietet der SkF unterschiedliche Hilfs- und Unter-stützungsangebote an, die sich auch in der Betreuungsintensität unterscheiden.

 

2. Ausgangssituation und Zielgruppe
ln der täglichen Arbeit beobachten wir eine Zunahme junger wohnungsloser Frauen im Alter zwischen 18 bis 21 Jahren (s. hierzu auch die Stellungnahme der Stadt Trier im Anhang). ln der Regel haben sie bereits alle klassischen Jugendhilfemaßnahmen durchlaufen und sind mit den Anforderungen der neuen Zuständigkeiten im Bereich des SGB II überfordert. Sie weisen dar-über hinaus nach wie vor einen Hilfebedarf im lebenspraktischen Bereich sowie im Bereich der persönlichen Reifung auf.
Die jungen Menschen benötigen in dieser Situation Hilfestellungen beim Einüben der sogenan-nten "Wohnfähigkeit" und Hilfen in Form eines Casemanagements.
Die "Wohnfähigkeit" wird mit Unterstützung im lebenspraktischen Bereich erarbeitet. Hierzu zäh-len das Erlernen von hauswirtschaftlichen Fähigkeiten wie Wohnraumhygiene, Wäschepflege, kochen und der planvolle Umgang mit dem zur Verfügung stehenden Einkommen.
Ziel ist es nicht eine Rundumversorgung sicher zu stellen, sondern mit den Jugendlichen so zu arbeiten, dass sie die Konsequenzen des nicht Handelns zwar spüren, aber im Bedarfsfall auf Unterstützung selbstständig zurück greifen können und damit ein weiteres Feld zur persönlichen Reifung zur Verfügung steht. Dies erfordert eine vertrauensvolle auf Freiwilligkeit basierende Klient- Betreuer- Beziehung.
Im Rahmen des Casemanagements unterstützt die Bezugsbetreuerin bei der Koordination der Anforderungen, bei der Beantragung von Sozialleistungen, wie Arbeitslosengeld II, Wohngeld, Ausbildungsbeihilfen etc..
Im Falle eines vorhandenen Ausbildungsplatzes kann die Bezugsbetreuerin bei Konflikten am Ausbildungsplatz moderierend eingreifen, um den Abschluss der Ausbildung nicht zu gefährden.
Häufig stellt genau in dieser problematischen Lebensphase die Jugendhilfe ihre Leistungen ein, weil sie sich nicht mehr zuständig sieht und es keine tragfähigen Konzepte für die Begleitung und Betreuung dieser Personengruppe gibt. Diese Beobachtung wird durch eine aktuelle Studie der FH Koblenz belegt. (Dhttps://WWvll.hs­koblenz.de/rmclfachbereiche/sozialwissenschaftenlfor
schung-projekte/institut-fuer-forschung-und-weiterbildung-ifw/aktuetle­ forschungsprojekte/)
Die Anzahl junger Wohnungsloser steigt. Davon sind 25% Frauen, darunter auch Mädchen und junge Volljährige betroffen. Die Hintergründe für die Notlage sind oft biographisch bedingt. Ein unterstützendes familiäres Netzwerk ist nicht mehr vorhanden. Die immer bedrohlicher werden-de wirtschaftliche Notlage führt zur Perspektivlosigkeit. Die Gefahr einer klassischen "Wohn-ungslosenkarriere" steigt. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen und eine langfristige Lebensper-spektive für diese immer größer werdende Gruppe junger Menschen zu schaffen, braucht es Wohnangebote außerhalb des stationären Einrichtungen, die ein individuell zugeschnittenes am-bulantes und altersgerechtes Betreuungsangebot sicherstellen.
Die Sicherung der Betreuung über Fachleistungsstunden, eine individuelle ambulante Hilfeart, finanziert durch die Jugendämter, ist in diesem Falle möglich.

Es gibt derzeit kein vergleichbares Angebot, weder in der Stadt Trier noch im Landkreis Trier-Saarburg.
Eine wichtige Voraussetzung ist eine Unterkunft für die jungen Menschen. Dies gestaltet sich oft schwierig. Die Bereitstellung von geeignetem Wohnraum, der möglichst innerstädtisch gele-gen sein sollte, um fehlende Mobilität zu kompensieren und darüber hinaus für die jun-gen Frauen attraktiv ist, stellt die erste große Hürde dar. Denn die Voraussetzung für eine nachhaltige Hilfeerbringung ist die Freiwilligkeit zur Teilnahme an der Maßnahme.

3. Beschreibung des Hilfeangebotes
Der SkF möchte hier neue Wege gehen, indem er auf seinem innerstädtischen Gelände Wohn-raum zur Verfügung stellen möchte, wo die fachliche Betreuung und Begleitung der jungen Frauen sichergestellt ist. Der Hilfe- und Unterstützungsbedarf wird individuell erfasst und trägt dem beson-deren Bedarf jedes Einzelnen in der Maßnahme Rechnung.
(s. hierzu auch Punkt 2. Ausgangssituation und Zielgruppe).
Die Sozialdienst katholischer Frauen Annastift Trier gGmbH steht vor einer umfassenden Sanierung ihrer Bestandsgebäude auf ihrem innerstädtisch gelegenen Gelände. Im Zuge dieser Sanierung be-steht die Möglichkeit einen Gebäudeteil eingeschossig aufzustocken und zwei Wohngruppen mit einem separaten Eingang für junge wohnungslose Frauen zu schaffen.
So ist zwar grundsätzlich rund um die Uhr ein Ansprechpartner auf kurzem Wege zu erreichen, dennoch vollzieht sich das Wohnen in den Wohngruppen so selbstständig wie möglich.
Die Hilfe erfolgt als Hilfe zur Selbsthilfe und wird nach dem Prinzip "so viel wie nötig, so wenig wie möglich" gewährt.

4. Langfristige Perspektive des Angebotes
Ein Wohnungsangebot mit 5 bis 6 Plätzen ist eine langfristige und nachhaltige Investition in die Zu-kunft einer immer größer werdenden Gruppe junger Menschen, die sonst nirgendwo Hilfe finden.
Eine einmalige große Investition wird dafür sorgen, dass im Laufe von vielen Jahren vielen jungen Menschen geholfen werden kann.
Bei einer Verweildauer von voraussichtlich durchschnittlich 1,5 Jahren in der Wohngruppe errei-chen wir im Verlauf von 10 Jahren bis zu 90 junge Frauen deren Leben durch diese Hilfe nicht in die dauerhafte Wohnungslosigkeit führt.
Wir können es uns nicht leisten einen einzigen jungen Menschen auf der Strecke zu lassen!

Regina Bergmann

Trier, 27.03.2015

Veröffentlicht in Ein Lotse ins eigene Leben - Dauerhafter Wohnraum für junge wohnungslose Frauen

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